Wieviel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk? (2026)

Aktualisiert am 07. Juni 2026 · wattindex Redaktion

Werbe-Hinweis: wattindex finanziert sich über Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Preise und Verfügbarkeit werden bei Amazon angezeigt und können sich jederzeit ändern.

Wieviel Strom ein Balkonkraftwerk erzeugt, lässt sich nicht auf die eine Kilowattstunde genau sagen, aber gut eingrenzen: Ein typisches Set mit rund 800 bis 1000 Wp Modulleistung liefert in Deutschland grob 700 bis 1000 kWh pro Jahr. Wie viel es bei dir wirklich wird, hängt vor allem von Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Standort ab. In diesem Ratgeber bekommst du verständliche Faustregeln, eine Beispielrechnung und eine ehrliche Einordnung, was das für deine Stromrechnung bedeutet.

🏆

Die schnelle Antwort

Ein Balkonkraftwerk mit etwa 800 bis 1000 Wp Modulen erzeugt in Deutschland grob 700 bis 1000 kWh Strom pro Jahr. Als Faustregel kannst du rund 0,9 bis 1,1 kWh Ertrag je Wp Modulleistung ansetzen. Südausrichtung und eine Neigung um 30 Grad bringen am meisten; Verschattung und ungünstige Lage können den Ertrag halbieren. Sparen tust du vor allem über den Eigenverbrauch.

Die wichtigste Faustregel: Ertrag pro Wp

Wenn du nur eine Zahl im Kopf behalten willst, dann diese: Pro 1 Wp installierter Modulleistung kannst du in Deutschland grob 0,9 bis 1,1 kWh Stromertrag pro Jahr rechnen. Der Wert nennt sich spezifischer Ertrag und liegt je nach Region zwischen rund 900 kWh/kWp im Norden und über 1100 kWh/kWp im sonnigen Süden.

Wichtig: Gerechnet wird mit der Modulleistung in Wp, nicht mit den 800 W, die der Wechselrichter maximal ins Hausnetz einspeist. Viele Sets haben bewusst mehr Module als 800 Wp, um auch bei diffusem Licht und im Winter näher an die 800-W-Grenze zu kommen. Mehr dazu liest du auf unserer Seite zu Balkonkraftwerken mit 800 Watt.

Ein kurzes Rechenbeispiel:

Das ist eine grobe Schätzung und kein garantierter Wert – aber sie liegt für die meisten Standorte erstaunlich nah dran.

Was den Ertrag am stärksten beeinflusst

Vier Faktoren entscheiden, ob du am oberen oder unteren Ende der Spanne landest.

Ausrichtung (Himmelsrichtung)

Die Ausrichtung ist der größte Hebel. Süd liefert die meisten Kilowattstunden, Ost und West jeweils etwas weniger – dafür verteilt sich der Ertrag bei Ost/West gleichmäßiger über den Tag, was für den Eigenverbrauch oft sogar praktischer ist. Nord ist die mit Abstand schlechteste Option. Tiefer in die Zahlen gehen wir auf der Seite Ausrichtung & Ertrag.

Neigung

Senkrecht am Balkongeländer montierte Module (rund 90 Grad) verlieren spürbar Ertrag gegenüber einer Aufständerung. Optimal sind etwa 30 bis 35 Grad Neigung. Wer flexibel ist, holt mit einer Halterung deutlich mehr heraus – passende Modelle findest du über unsere Seite zur Balkonkraftwerk-Halterung.

Verschattung

Schon ein einzelner Schatten von Baum, Nachbargebäude oder Dachüberstand kann den Ertrag eines Moduls überproportional drücken. Plane die Module möglichst so, dass sie zur ertragreichen Mittagszeit unverschattet sind.

Standort und Wetter

Süddeutschland hat mehr Sonnenstunden als die Küste. Außerdem schwankt der Ertrag stark übers Jahr: Im Sommer fällt ein Vielfaches der Winterausbeute an. Das ist normal und in den Jahreswerten oben bereits eingerechnet.

Beispielrechnung: kWh pro Jahr nach Ausrichtung

Die folgende Tabelle zeigt grobe Richtwerte für ein 900-Wp-Balkonkraftwerk an einem durchschnittlichen deutschen Standort. Es handelt sich um eine grobe Schätzung zur Orientierung, keine Garantie.

AusrichtungNeigungGrober Ertrag pro JahrEinordnung
Südca. 30°~850–950 kWhbestmöglich
Südsenkrecht (90°)~650–750 kWhGeländer-Montage
Ost oder Westca. 30°~700–800 kWhgleichmäßiger Tagesverlauf
Ost/West kombiniertca. 30°~750–850 kWhbreiter Ertrag über den Tag
Nordbeliebig~350–450 kWhnur als Notlösung

Du siehst: Zwischen optimaler Südausrichtung und einer Nordmontage liegt fast Faktor zwei. Wenn du es genauer wissen willst, rechnet dir der Balkonkraftwerk-Spar-Check Ertrag, Ersparnis und Amortisation für deinen Standort aus; speziell für den Speicher hilft der Balkonkraftwerk-Speicher-Rechner.

Pro Tag, pro Modul – die Zahlen im Alltag

Pro Tag: Bei 700 bis 1000 kWh im Jahr sind das im Schnitt rund 2 bis 3 kWh täglich. Diese Mittelung täuscht aber: An einem klaren Sommertag sind 4 bis 6 kWh möglich, an einem trüben Dezembertag oft unter 0,5 kWh.

Pro Modul: Ein einzelnes 400-Wp-Modul bringt grob 350 bis 440 kWh pro Jahr, ein 500-Wp-Modul etwa 440 bis 550 kWh. Ein hochwertiges starres Glas-Glas-Modul wie das Solarway 500W Glas-Glas Bifazial kann durch die bifaziale Rückseite an hellen Standorten noch etwas mehr einsammeln. Zwei solcher Module ergeben zusammen ein typisches Balkonkraftwerk.

Erzeugter Strom ist nicht gleich Ersparnis

Hier kommt der entscheidende Punkt, den viele übersehen: Es zählt nicht, wie viel Strom du erzeugst, sondern wie viel du selbst verbrauchst. Denn überschüssiger Strom, der ins Netz fließt, wird bei einem typischen Balkonkraftwerk in der Regel nicht vergütet.

Ohne Speicher nutzt ein durchschnittlicher Haushalt oft nur 30 bis 60 Prozent des erzeugten Stroms selbst – der Rest fällt mittags an, wenn niemand zu Hause ist, und verpufft ungenutzt. Genau hier setzt ein Balkonkraftwerk-Speicher an: Er schiebt den Mittagsüberschuss in den Abend, sodass du 60 bis 90 Prozent selbst nutzen kannst. Ein Komplettset wie das Anker SOLIX Balkonkraftwerk Set mit Speicher kombiniert Module, Wechselrichter und Speicher direkt in einem Paket.

Grobe Ersparnis-Rechnung

Mit Speicher und höherem Eigenverbrauch (z. B. 75 %) steigt die genutzte Menge auf rund 640 kWh und die Ersparnis auf grob 220 Euro im Jahr. Das sind grobe Schätzwerte – dein tatsächlicher Wert hängt von Verbrauchsverhalten, Strompreis und Standort ab. Ob sich das für dich rechnet, vertiefen wir auf der Seite Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?.

So holst du mehr Ertrag heraus

Ein paar einfache Stellschrauben:

Wenn du gerade erst einsteigst, lohnt sich vorab ein Blick darauf, wie ein Balkonkraftwerk funktioniert und welche Komplettsets sinnvoll zusammengestellt sind.

Kurz zum Rechtlichen

Damit das erzeugte Plus überhaupt erlaubt ins Hausnetz fließt, gilt in Deutschland (Stand Juni 2026, grobe Orientierung, keine Rechtsberatung): Der Wechselrichter darf maximal 800 W einspeisen, Module sind bis 2000 Wp zulässig. Seit Dezember 2025 erlaubt die Norm DIN VDE V 0126-95 den Schuko-Stecker ausdrücklich bis 960 Wp Modulleistung, mit Wieland-Stecker bis 2000 Wp. Angemeldet wird das Gerät nur noch online und kostenlos im Marktstammdatenregister (MaStR) – eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt. Details findest du unter Balkonkraftwerk anmelden.

Fazit

Wieviel Strom ein Balkonkraftwerk erzeugt, ist also gut planbar: grob 700 bis 1000 kWh pro Jahr bei 800 bis 1000 Wp Modulen, gut über die Faustregel „rund 1 kWh je Wp” abschätzbar. Den größten Unterschied machen Ausrichtung, Neigung und Verschattung – und beim Geldsparen entscheidet am Ende dein Eigenverbrauch. Alle weiterführenden Themen findest du gebündelt im Balkonkraftwerk-Ratgeber.

Unsere Empfehlungen im Detail

Solarway 500W Full Black Glas-Glas Bifazial Solarmodul (N-Type) Balkonkraftwerk-Modul
Solarway

Solarway 500W Full Black Glas-Glas Bifazial Solarmodul (N-Type)

Ideal für: Balkonkraftwerk & Wohnmobil-Dach (starres Hochleistungsmodul)

Nennleistung 500 W
Bauart Starr
Preisklasse
  • Hohe 500 W Nennleistung als günstiges starres Modul
  • Bifaziales Glas-Glas-Design mit N-Type-Zellen (Mehrertrag Rückseite)
  • Positive Leistungstoleranz 0–5 W
  • Beliebte Wahl für moderne Balkonkraftwerke (z.B. mit STREAM/Solarbank)
  • Starr, groß und schwer – nur für feste Montage geeignet
  • Kein Anschlusszubehör/Halterung im Standard-Lieferumfang
  • Marke weniger bekannt als Trina/JA Solar Direktvertrieb
Anker SOLIX Balkonkraftwerk Komplettset mit Speicher Marken-Komplettset
Anker

Anker SOLIX Balkonkraftwerk Komplettset mit Speicher

Ideal für: Einsteiger, die ein abgestimmtes Set wollen

Nennleistung 890 W
Kapazität 1.600 Wh
Leistung 800 W
Preisklasse €€€
  • Module, Wechselrichter und Speicher vom selben Hersteller
  • Plug & Play, App-gesteuerter Eigenverbrauch
  • Speicher (Solarbank) später erweiterbar
  • Ein Ansprechpartner für Garantie und Support
  • Teurer als selbst zusammengestellte Sets
  • Konfiguration je nach Angebot unterschiedlich

Werbe-Hinweis: wattindex finanziert sich über Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Für dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Preise und Verfügbarkeit werden bei Amazon angezeigt und können sich jederzeit ändern.

Häufige Fragen

Wieviel kWh erzeugt ein Balkonkraftwerk pro Jahr?

Als grobe Schätzung erzeugt ein Balkonkraftwerk mit rund 800-1000 Wp Modulleistung in Deutschland etwa 700-1000 kWh pro Jahr. Bei optimaler Südausrichtung sind auch mehr drin, bei Verschattung oder Nordausrichtung deutlich weniger. Die genaue Menge hängt von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab.

Wieviel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk pro Tag?

Im Jahresschnitt sind das bei 700-1000 kWh pro Jahr rund 2-3 kWh am Tag. Allerdings schwankt der Ertrag stark: An einem sonnigen Sommertag sind 4-6 kWh möglich, an einem truben Wintertag oft unter 0,5 kWh. Strom fällt nur tagsüber an, weshalb ein Speicher den Eigenverbrauch deutlich erhöht.

Wieviel Strom bringt ein Modul mit 400 oder 500 Watt?

Ein einzelnes 400-Wp-Modul liefert grob 350-440 kWh pro Jahr, ein 500-Wp-Modul etwa 440-550 kWh - jeweils bei guter Ausrichtung als grobe Orientierung. Zwei solcher Module ergeben ein typisches Balkonkraftwerk. Verschattung, Neigung und Standort können die Werte deutlich nach oben oder unten verschieben.

Reicht der Strom eines Balkonkraftwerks für meinen Haushalt?

Komplett decken kann ein Balkonkraftwerk den Verbrauch nicht. 700-1000 kWh entsprechen aber rund 20-30 Prozent des Jahresbedarfs eines kleinen bis mittleren Haushalts. Sinnvoll genutzt wird vor allem die Grundlast: Kühlschrank, Router, Standby-Geräte. Den Rest beziehst du weiter aus dem Netz.

Wieviel von dem erzeugten Strom kann ich selbst nutzen?

Ohne Speicher nutzt du meist nur 30-60 Prozent des erzeugten Stroms selbst, weil viel Ertrag mittags anfällt, wenn niemand zu Hause ist. Der Rest fließt unvergütet ins Netz. Mit einem Speicher lassen sich oft 60-90 Prozent in den Eigenverbrauch verschieben, was die Ersparnis sichtbar erhöht.

Wieviel Geld spare ich mit dem erzeugten Strom?

Bei rund 700-1000 kWh Ertrag, einem realistischen Eigenverbrauch und einem Strompreis um 35 Cent pro kWh sind grob 80-200 Euro Ersparnis pro Jahr möglich. Das ist eine grobe Schätzung - dein tatsächlicher Wert hängt von Eigenverbrauch, Strompreis und Standort ab. Ein Rechner hilft beim Einschätzen.